Bevor man sich Rennmäuse anschafft, sollte zuerst der Käfig vorbereitet werden. Für zwei Rennmäuse ist laut Tierschutz eine Mindestgrundfläche (unterste Etage, nicht mit andern Ebenen kumulierbar) von 100cm x 50cm vorgeschrieben Ich empfehle ein Terrarium von 120cm x 50cm x 50/60cm. Wenn man ein Aquarium hat, reicht dies alleine von der Höhe her meist nicht. Da empfiehlt es sich einen Aufsatz dazu zu bauen, damit genug eingestreut werden kann und auch andere Eintrichtung, wie z.B. Sandbad, Laufrad usw. Platz findet.Um Revierbildungen vorzubeugen sollten verschiedene Ebenen gut durchgängig sein und nicht nur durch kleine Röhren oder Törchen verbunden.
Grundsätzlich gebe ich Rennmäuse nur in zweier Gruppen ab. Je mehr Rennmäuse, desto grösser die Gefahr, dass Revierbildungen und Kämpfe entstehen. Dazu gibt es einen guten Artikel auf rennmaus.de https://www.rennmaus.de/rennmaus/basiswissen/gruppengroesse/
Bei erfahrenen Haltern, welche unbedingt eine grössere Gruppe halten wollen, rate ich zu einer 4er Gruppe. Sollte Streit entstehen, kann man sie notfalls in zwei 2er Gruppen aufteilen.
Bei der Einrichtung kann man so richtig kreativ sein. Wichtig finde ich, dass man darauf achtet, Einrichtungsgegenstände zu verwenden, an denen sich Rennmäuse nicht verletzen können. Ich selber verwende keine Einrichtungsgegenstände aus Plastik, denn auch da besteht beim Annagen Verletzungsgefahr.
Gut eignet sich ein Sitztisch oder grosses Haus, wo man das Futter, Wasser (ich benutze Schalen, keine Flaschen, da Schalen eher der Natur entsprechen) und eventuell das Sandbad hinstellen kann. So verhindert man, dass diese Dinge von den Mäusen ständig eingebuddelt werden. Verschiedene Versteckmöglichkeiten, wie Häuschen, Röhren und Unterschlüpfe sollten auf jeden Fall nicht fehlen. Zum Klettern eignen sich Äste und ausgehölte Kokosnüsse, die man aufhängen kann.
Ich stelle meinen Rennmäusen auch immer ein Laufrad zur Verfügung. Ich nehme Holzlaufräder ohne Querstreben mit einem Durchmesser von mindestens 30cm. Diese sind zwar sehr teuer, aber wirklich super! Kleiner sollte der Durchmesser des Laufrades nicht sein, da es sonst zu Schäden an der Wirbelsäule kommen kann.
Einstreu nehme ich das Allspan Xtreme von der Landi. Es ist etwas gröber, staubt darum nicht so stark und die Tunnel, die die Rennmäuse graben, halten damit sehr gut. Ebenfalls gebe ich noch Stroh und Heu als Nistmaterial dazu. Einfüllhöhe der Einstreu mindestens 25-30cm. Mehr ist immer noch besser.
Nagerterrarium Schrank mit 3 Abteilen
Hauptfutter für Rennmäuse sollte aus verschiedenen Samen und Körner bestehen. Mit getrockneten Kräutern, Gemüsen und Insekten ergänzt macht das Futter noch vielseitiger und deckt den Bedarf der Rennmäuse noch besser. Viele Futtermischungen im Handel sind sehr einseitig und zuckerhaltig, was für die Rennmäuse nicht ideal ist. Deshalb sollte das Futter sorgfältig ausgesucht werden. Ein sehr gutes Rennmaus Hauptfutter findet man auf https://www.samtpfoetli-shop.ch/
Wer dennoch ein Futter aus dem Handel verwenden möchte, kann dieses mit Haferflocken, Hirsesamen, Fenchelsamen, Leinsamen, usw. etwas strecken.
Pro Maus rechnet man 1-2 Teelöffel Hauptfutter am Tag.
Zusatzfutter:
Zum Beispiel Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Walnüsse, Haselnüsse, Kürbiskerne und so weiter. Davon gebe ich nicht täglich, sondern Zwischendurch. Eignet sich auch gut, um die Rennmäuse an die menschliche Hand zu gewöhnen.
Ca. 3-4 mal pro Woche noch 2-3 Mehlwürmer. Diese garantieren für eine ausreichende Eiweissversorgung.
Frischkost:
Ich gebe meinen Tieren selten und nur wenig Frischkost, da sie Durchfall auslösen können. Meine Rennmäuse bevorzugen Apfel, Gurken und Eisbergsalat.
Achtung, Kohl und ähnliches eignet sich nicht für Rennmäuse. Auch bei Kopfsalat vorsichtig sein, könnte Nitrat enthalten.
Besser eignet sich getrocknetes Gemüse, wie getrocknete Gurke, Karotten, Sellerie usw. Dies kann man selbst trocknen oder im Fachhandel kaufen.
Rennmäuse sind keine Tiere zum Herumtragen und streicheln. Viel mehr sind sie Tiere zum Beobachten und das ist manchmal wirklich spannend. Also nehmt die Tiere nicht zu oft heraus und vorallem nicht zu lange.
Für kleine Kinder sind Rennmäuse nicht geeignet, da sie die Rennmäuse noch nicht richtig halten können und meistens noch zu fest zudrücken. Ausserdem sind sie, wie schon gesagt, keine Schmusetiere, was Kinder sich aber oft wünschen.
Ich würde die Tiere ab dem 8. Lebensjahr empfehlen, jedoch brauchen die Kinder in diesem Alter noch die Unterstützung der Eltern, um diesen Tieren gerecht zu werden.
Stress kann für Rennmäuse tödlich sein. Also niemals Rennmäuse herumjagen und ihnen auch ihre Ruhephasen lassen. Sie sind tag- und nachtaktiv. Bei meinen Rennmäusen habe ich einen Rhytmus von 2-4 Stunden beobachtet.
Eine Rennmaus nie alleine halten. Rennmäuse sind Gruppentiere und fühlen sich alleine gar nicht wohl. Sollte bei einer 2er Gruppe eine Maus frühzeigt sterben, kann ich oder ein/e andere/r Züchter/in sicher gute Tipps für eine Vergesellschaftung geben. Nie einfach zwei fremde Rennmäuse zusammen setzen!!!
Auf Krankheiten möchte ich hier nicht gross eingehen, da es im Internet oder in Fachbüchern sehr viele gute Informationen dazu gibt.
Man sieht einer Rennmaus sehr schnell an, ob sie gesund ist oder nicht. Um nur einige Anzeichen für Krankheit zu nennen: Frisst nicht, trinkt nicht, liegt nur noch herum, Gleichgewichtsstörungen, ständiges kratzen, verklebtes Fell und Augen, Wucherungen (Tumore). Auf jeden Fall bei Anzeichen nicht zögern und schnell einen Tierarzt aufsuchen. Für diese kleinen Nager, kann es innerhalb weniger Stunden nach den ersten Anzeichen schon zu spät sein.